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GlycoImmun -
ein BMBF-gefördertes Projekt der Fördermaßnahme
"KMU innovative: Biotechnologie - Biochance"
Laufzeit: April 2009 bis März 2012

Glykorezeptoren (humane Lektine) sind Liganden komplexer Oligosaccharid-Strukturen der Zelloberfläche. Zellen des Mikromilieus wie Makrophagen, dendritische Zellen (DC), T-Zellen, NK (Natural Killer)-Zellen sowie Lymph- und Blutendothelien sind mit einer Reihe von Glykorezeptoren ausgestattet. Sie nehmen ihre Funktion an der Schnittstelle zwischen der Erkennung von Selbst und Fremd wahr. Als Rezeptoren der Fremderkennung binden sie Krankheitserreger wie Bakterien, Protozoen und Parasiten. Als Zellerkennungsmoleküle vermitteln sie u.a. die Interaktion von Leukozyten miteinander und mit dem Endothel.

Beschreibende Befunde aus der Vergangenheit deuten zudem darauf hin, dass Glykorezeptoren auch die Progression maligner Tumoren beeinflussen könnten. Mit Hilfe von Antikörpern wurden auf menschlichen Tumoren Glykanstrukturen identifiziert, die mit einer schlechten Prognose der Erkrankung korrelierten. Die Ursache hierfür könnte in der unmittelbaren Umgebung der Tumoren, dem so genannten Mikromilieu liegen.

Die Glykane der Zelloberfläche invadierender Tumorzellen nehmen direkten Kontakt auf mit den zellulären Glykorezeptoren der Umgebung auf und können über die Interaktion mit Entzündungs- und Endothelzellen die maligne Progression unterstützen. Aus dem humanen Genom sind eine Reihe von Glykorezeptoren bekannt (C-Typ-Lektine, Galektine und Siglecs), allerdings ist es nicht einfach, rekombinante Glykorezeptoren so zu exprimieren, dass ihre spezifische Glykanbindung erhalten bleibt. Daraus hervor geht die besondere Herausforderung, die humanen Glykorezeptoren nicht nur stabil und unter Erhalt der Aktivität zu exprimieren und zu reinigen, sondern auch ihren Einsatz in medizinisch-diagnostischen oder therapeutischen Fragestellungen als Biomarker zu ermöglichen. Insbesondere hat es in der Vergangenheit Probleme bereitet, humane Glykorezeptoren für den Nachweis von Glykanstrukturen in Gewebsschnitten zu verwenden.

An dem seit April 2009 laufenden Projekt "Entwicklung immunologischer Verfahren zum Nachweis und zur Charakterisierung von Erregern und Zellen mit Hilfe rekombinanter humaner Glykorezeptoren" ist neben GALAB das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), Institut für Klinische Chemie, Hamburg beteiligt.

Ziel des Kooperationsprojektes ist es, die humanen Glykanrezeptoren in Zellkultur stabil zu exprimieren und für die Entwicklung von immunologischen Nachweisverfahren (Durchflusscytometrie, Fluoreszenzmikroskopie, Blots, zellbasierte Assays) von Erregern und Tumoren einzusetzen.

Die Vision der Partner ist es, der biopharmazeutischen Industrie und der medizinischen Forschung eine innovative Toolbox zur Verfügung zu stellen, die die Erforschung von Immunkrankheiten beschleunigen kann und bei der Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe eingesetzt werden kann.